Welcher Reifen passt und was für eine Reifengröße darf ich fahren?

Welcher Reifen passt und was für eine Reifengröße darf ich fahren?

Welche Reifen darf ich für mein Fahrzeug kaufen? Diese Frage wird für die meisten Autofahrer erst dann aktuell, wenn der alte Reifensatz nicht mehr den Anforderungen genügt und ersetzt werden muss. Der nachfolgende Beitrag beinhaltet alles Wissenswerte und beantwortet alle diesbezüglichen Fragen.

Wo ist festgelegt, welche Pneus für mein Auto erlaubt sind?

Unabhängig davon, welche Reifensorte gekauft werden soll, ist die primäre Frage, wo finde ich die für mein Fahrzeug zugelassene Reifengröße? Informationen dazu sind in den Fahrzeugpapieren, genauer gesagt, in der Zulassungsbescheinigung (Teil 1) zu finden.

Die Ziffern 20, 21, 22 und 23 geben Auskunft über die aufziehbare Reifengröße, unter der Ziffer 33 sind alternative Größen gelistet. Die zulässige Reifengröße ist unter Punkt 15 vermerkt. Hier wird zwar nur eine Dimension genannt, in der Regel dürfen aber Alternativen in Betracht gezogen werden.

Zulassungsbescheinigung

Von Bundesregierung (Deutschland) – own scan, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2353387

Wo sind alternative Reifendimensionen aufgeführt?

Sämtliche wählbaren Reifengrößen sind im Certificate of Conformity (CoC-Dokument) unter Punkt 32 respektive Punkt 50 gelistet. Dieses Dokument gehört zu den Unterlagen eines Fahrzeugs und kann bei Bedarf nachträglich beim Hersteller angefordert werden.

Wichtig: Ungeachtet der Angaben in den Fahrzeugpapieren, setzt das Aufziehen alternativer Reifendimensionen (beispielsweise Breitreifen) eine Erlaubnis voraus, welche im Rahmen einer Hauptuntersuchung erteilt und in den Fahrzeugpapieren vermerkt wird. Ansprechpartner hierfür sind unabhängige Prüforganisationen wie TÜV oder DEKRA.

Aufgezogene, aber nicht eingetragene Reifen werden von der Polizei bei einer Kontrolle mit Bußgeld geahndet.

Der einfachste Weg zum Herausfinden, welche Pneus gefahren werden dürfen

Am schnellsten lässt sich die Frage nach der richtigen Reifengröße durch einen Blick auf die derzeitige Fahrzeugbereifung beantworten. Jeder Pneu trägt auf seiner Flanke eine aus Zahlen und Buchstaben zusammengesetzte Reifenbezeichnung, aus welcher die Reifengröße ablesbar ist.

Beispiel: 225 70 R15

  • 225 gibt die Breite des Reifens in Millimeter an.
  • 70 bezeichnet das prozentuale Verhältnis von Seitenwandhöhe und Reifenbreite.
  • R steht für radiale Reifenbauweise.
  • 15 Zoll (38,1 cm) ist der Reifendurchmesser, welcher der benötigten Felgengröße entspricht.

Weitere Informationen auf der Reifenflanke

An der DOT-Nummer ist ersichtlich, wann der Reifen hergestellt wurde, sie zeigt das Jahr und die Kalenderwoche an. Reifen, die mehr als 6 Jahre alt sind, sollten ungeachtet des Profils ersetzt werden. Bei einer Profiltiefe von weniger als 1,6 Millimeter muss sofort für Ersatz gesorgt werden.

Auf die Angaben hinter der Reifengröße achten

Ist hinter der Reifendimension beispielsweise die Angabe 91H ersichtlich, geht daraus folgendes hervor:

  • 91 ist die Angabe zum Tragfähigkeitsindex und bedeutet gemäß der Indextabelle, dass der Reifen mit maximal 615 kg belastet werden darf.
  • Das H steht für eine maximal zulässige Geschwindigkeit von 210 km/h.

Welche Pneus sind die Richtigen?

Die passende Reifendimension allein bringt den Autofahrer nur bedingt weiter. Ebenso wichtig ist die Auswahl der Pneus entsprechend der Jahreszeit und dem geplanten Fahrzeugeinsatz. Generell können Fahrzeughalter unter Sommerreifen, Winterreifen und Ganzjahresreifen wählen.

Sommerreifen werden in der Regel zwischen Ostern und Oktober gefahren. In der kalten Jahreszeit sind hierzulande Winterreifen empfehlenswert. Wer im Flachland wohnt und keinen Winterurlaub im Gebirge plant, kann unter Umständen mit Ganzjahresreifen gut bedient sein.

Winter- oder Sommerreifen – wo ist der Unterschied?

Winterreifen sind aus einer weicheren Gummimischung gefertigt, welche auch bei niedrigen Temperaturen optimalen Grip garantiert. Zudem ist das Reifenprofil für das Fahren auf Eis und Schnee konzipiert. An der Flanke zeigt ein echter Winterreifen das alpine Symbol.

Autofahrer sind im Winter zum Aufziehen geeigneter Reifen verpflichtet, Zuwiderhandlungen resultieren in Bußgeld.

Bei Sommerreifen ist die Gummimischung härter, damit auch bei sehr heißer Fahrbahn optimale Haftung gewährleistet wird. Zudem ist das Profil auf sommerliche Anforderungen ausgerichtet.

Sommerreifen im Winter zu fahren, ist ebenso gefährlich wie das Nutzen von Winterreifen im Sommer. Indes gibt es kein gesetzliches Verbot für die sommerliche Nutzung von Winterreifen. Erwiesen ist aber, dass sich die weicheren Pneus auf warmer Fahrbahn schneller abnutzen und längere Bremswege sowie schlechtere Traktion mit sich bringen.

Für viele Autofahrer birgt der Ganzjahresreifen wirtschaftliche Vorteile, weil sie Zeit und Geld für den saisonalen Reifenwechsel sparen. Der ganzjährig nutzbare Reifen ist jedoch nur ein Kompromiss zwischen Winter- und Sommerreifen. Seine Fahreigenschaften sind zwar zu jeder Jahreszeit befriedigend, mehr aber nicht.

Fahrzeughalter, die zum sportlichen Fahren neigen, stoßen mit Ganzjahresreifen schneller an physische Grenzen als mit der Jahreszeit entsprechender Bereifung. Die Frage – welche Reifensorte zu welcher Jahreszeit – kann über die gesetzlichen Vorgaben hinaus nur im Einzelfall beantwortet werden.

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Passende Reifen für mein Auto – an was sonst noch gedacht werden muss

Aus den Angaben auf der Reifenflanke geht auch hervor, welche Felgengröße dazu eingesetzt werden darf. Für die meisten Fahrzeuge gibt es jedoch alternativ zugelassene Reifen, deren Verwendung die jeweils richtige Felge voraussetzt.

Für breite Reifen müssen entsprechende Felgen gewählt werden. Hierfür gibt es seitens der Hersteller zwar Ideen, Vorschläge und Tabellen, zum Einsatz kommen dürfen aber nur Reifen und Felgen, welche in die Fahrzeugpapiere eingetragen sind.

Wichtig sind in diesem Kontext die KBA-Nummer der Felge. Die Eintragung der Felgen in den Fahrzeugunterlagen ist in jedem Fall sinnvoll, denn sie befreit vom Mitführen der entsprechenden Unterlagen wie ECE-Gutachten und/oder ABE ohne wichtige Einschränkungen A01.

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